abisz Modellbau-die Welt im Maßstab
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Panzer Kampfwagen I Ausführung F (VK18.01) spät

Der als Übungs-und Fahrschulpanzer konzipierte Panzer I, war der erste in Deutschland in Serie produzierte Panzer nach dem Ersten Weltkrieg. Es wurden von der Ausführung A und B insgesamt 1500 Fahrzeuge gebaut, die im spanischen Bürgerkrieg und im Frankreich-Feldzug eingesetzt wurden. Aufgrund der geringen Panzerung und Kampfkraft sind bis 1941 fast alle Panzer I der Ausführung A + B ausgemustert worden. Im Jahr 1939 wude durch das Heereswaffenamt eine Weiterentwicklung in Auftrag gegeben mit der stärksten Panzerung zur Infanterie-Unterstützung. Die Nullserie mit 30 Fahrzeugen wurde Mitte 1942 übergeben, eine weitere Lieferung über 100 Panzer I wurde storniert. Bei dem Pz. Kpfw I Ausführung F (VK 18.01) wurde erstmals eine Funkanlage mit Bordverständigung eingebaut. Es ist wahrscheinlich keiner dieser Kampfwagen jemals bei Kriegshandlungen eingesetzt worden. (Quelle Wikipedia)

Der Bausatz

Die Chinesische Firma FlyHawk brachte den Bausatz für den Panzer I im Jahr 2015 auf den Markt, es ist der vierte Panzerbausatz in 1/72. Die kleine Verpackung enthält zahlreiche Spritzlinge, einen Ätzteilesatz, Decals für 2 Varianten und ein Stück Nylonschnur. Die Verpackung an sich ist schon eine Sensation, aber die Qualität der Spritzlinge und der Gravuren sensationell. Einen guten Überblick bietet folgender Link zur Hompage von Henk Timmermann. 

Wie im Modellfan Ausgabe 1/2016 beschrieben, es passt alles "schmatzend" zu-sammen, und so schreitet auch bei mir der Bau des Modell`s zügig voran. 

Der etwas zu dicke Schutzbügel für den Fahrer-Winkelspiegel, habe ich durch das mitgelieferte Ätzteil ersetzt, und ein Evergreen Profil als Winkelspiegel eingesetzt. Ansonsten erfolgte der Bau der Panzerwanne nach der sehr detailierten Bauanleitung.

Das Laufwerk des Pz.Kpfw I erscheint auf den ersten Blick etwas kompliziert, aber durch die clevere Machart des Bausatzes, besteht keine Verwechslungsgefahr, und das Räderwerk ist zügig montiert. Beim verkleben der Treibräder, muß man jedoch aufpassen das die Zähne zueinander passen, und die Treibräder ganz in die Wanne eingeschoben sind, sonst gibt es Probleme mit den Kettengliedern. Das ist mir am rechten Laufwerk passiert, und war nicht mehr korrigierbar. 

Als nächstes kamen die Schutzbleche und die Werkzeuge an den Panzer I. Die Schutzbleche waren dank der guten Passungen sehr schnell montiert und aus-gerichtet. Die Werkzeuge, alle einzeln gespritzt, waren beim Abtrennen vom Spritzling eine echte Herausforderung, aber mit einer geätzten Säge doch zu bewerkstelligen.

Das Anbringen auf den Schutzblechen, war aufgrund der guten Bauanleitung kein Problem mehr. Für die Heckleuchtenhalterung liefert FlyHawk ebenfalls Ätzteile mit, die haben bei mir aber einen Pinzettensprung gemacht, und sind im Nirwana des Schlingenflor verschwunden. So habe ich die beiden Leuchten direkt auf die Schutzbleche geklebt. Der Turm war so schnell fertig, das ich davon keine Bilder gemacht habe. Die angespritzten 5 Schutzbügel für die Winkelspiegel habe ich entfernt und durch die Ätzteile ersetzt, die Winkelspiegel wurden aus Evergreen-Profilen hergestellt. Alles andere verklebte ich gemäß der Bauanleitung, nur die Turm-luke stellte ich geöffnet dar.  

Der Panzer I war jetzt fertig zum lackieren, nach einer Reinigung mit Isoprophylalkohol brushte ich die Grundierung German Red Brown RAL 8012 von Vallejo auf. Im An-schluß übersprühte ich das Modell mit Haarspray und ließ es eine Nacht durch-trocknen. Der nächste Schritt war die Lackierung mit Panzergrau RAL 7021 von Vallejo, das ich in mehrern Schritten  durch die Zugabe von Weiß modulierte. Nach einer weitern Nacht der Trocknung, habe ich mich im "Chipping" versucht, was auch gelang, wenn auch nicht perfekt. Vor dem Überzug der Acrylfarben mit glänzenden Klarlack setzte ich noch die Lichter (Highlights) mit stark wässerigem Panzergrau aufgehellt durch Weiß und Lichtgrau von Valljo.

Die Decals von FlyHawk sind sehr sauber gedruckt, und waren mit Mr. Mark Softer und Mr. Mark Setter auch gut zu verarbeiten. Jetzt ging es an das Altern des Modell`s, mit AK Streaking Crime und Rust Streaks setzte ich erste Akzente, ein leichte staubige Verschmutzung erreichte ich mit MI-1401 Dust Light und den Pigmenten MIG-3002 Light Dust. Zuletzt bemalte ich noch die Werkzeuge und andere Details, wie z.B. die Gummibandagen der Räder, die Ketten und so weiter. Den Abschluß bildet der Überzug mit Mattlack von Marabu, um die Lackierung zu schützen und grifffest zu machen.

Die Vignette "Aus und vorbei"

Angeregt durch das Thema "Vignetten" im Modell-Fan Ausgabe 1/2016 wollte ich auch meinen Panzerkampfwagen I auf einer kleinen Vignette präsentieren. Den Sockel dazu drechselte ich mir aus Eschenholz, weiter ging es nun mit Stellproben und einem "Papiermodell" um die Anordnung auszuprobieren und die Dimensionen abzuschätzen.

Nachdem alles ausprobiert war, und die Anordnung feststand, begann ich mit dem gießen der Straße in Kopfsteinpfalster. Dazu verwendete ich eine Gießform der Werkstatt Spörle und Alabastergips von Boesner. Für die Hauswand bastelte ich mir eine Gießform aus 5mm Depron, in die ich gleich den unteren Versatz einprägte. Diese goß ich ebenfalls mit Alabastergips aus. Nach dem entformen sägte ich gleich die Fensteröffnungen ein, und brach die "eingestürzten" Mauerstücke ab. Anschließend gravierte ich den Verputz mittels Messingbürste, und die einzelnen Ziegelsteine mit Dental-Besteck. Bis der Gips vollends durchgetrocknet war, widmete ich mich dem großen Fenster. Das Ätzteil von GI-Modell, doppelte ich mit vorher grau gebeizten Lindenholzstreifen auf, anschließend bemalte ich es mit Chipping-Fluid von AK.

Nach dem durchtrocknen bemalte ich das Fenster mit Vallejo Farben, als diese wischfest aufgetrocknet sind, habe ich mit einem Tesa-Streifen die Farbe beklebt und wieder abgezogen, so entsteht der Eindruck von alter, rissiger Farbe. Das gleiche Verfahren habe ich auch beim Garten-Tor und dem Fragment des anderen Fenster angewandt.

Die Montage der einzelnen Bauteile auf dem Sockel, war mit Pattex "Kleben statt Bohren" ziemlich einfach, weil der Klebstoff auch füllende Komponenten beinhaltet und somit Unebenheiten ausgeglichen werden können. Zur Auflockerung der Straße verwendete ich noch einen geätzten Gullydeckel und einen Einlauf von BAVARIA-Modellbahnen, die ich in die Straße einließ. Die farbliche Gestaltung der Straße und der Mauern, erfolgte mit Wassermalfarben aus dem Schülermalkasten.

Als nächstes folgt jetzt der "Innenausbau" der Ruine, im Keller lebt noch die Besitzer- familie des zerstörten Hauses, Aus der Not heraus haben sie einen Ofen mit in den Keller genommen, damit sie heizen und kochen können. Das Ofenrohr haben sie durch das Kellerfenster provisorisch durchgeführt. Im Modell habe ich das Ofenrohr aus einem Stück Senftubenblech nachgebildet, das Kellerfenster ist ebenfalls von GI-Modell. Mit Depron wurde das Fenster nach innen aufgedoppelt, um mehr Tiefe beim Einblick vorzutäuschen. Den ganzen "Keller" habe ich mitt Gips ausgegossen.  Auf die gegossene "Kellerdecke" klebte ich nach dem durchtrocknen Furnierstreifen auf, um den Bretterboden zu imitieren. Aus Ziegelsteinen von Juweela und Gipsresten machte ich mir eine Mischung Bauschutt zurecht und drapierte sie trocken in und an der Gebäuderuine. Mit dem Schotterkleber von Spurenwelten fixierte ich den Bauschutt. 

Zum Abschluß der Bautätigkeit bemalte ich einige Details, anschließend staubte ich alles mit diversen Pigmenten ein, und "verrußte" noch die Wände.

Als letztes bemalte ich noch die zwei mitgelieferten Panzer-Soldaten von Caesar-Miniatures und die Preiserfigur, und fixierte sie auf der Vignette. Der Leiterwagen stammt von Gerard und ist ein Ätzteil. Die Ladung auf dem Leiterwagen ist eine Fahne, deren Stoff man jetzt gut gebrauchen kann, wo sie doch nicht mehr benötigt wird.

Die Anleitung zum bedrucken der "Stoff"-Fahne gibt es hier.

Fazit

Der FlyHawk Bausatz FH 3006 ist ein wahrer Genuß zum bauen, er bietet Out of Box alles was der Herz begehrt. Er ist jeden Cent wert, so macht Modellbau richtig Spaß.

Da können sich sogenannte "Marktführer" eine Scheibe abschneiden, und sich warm anziehen. Es bleibt zu hoffen das FlyHawk noch mehr Modelle in dieser Qualität auflegt. Die Vignette mit den Ruinenteilen aus Gipsguß machte mir ebenfalls sehr viel Freude. Insgesamt waren es kurzweilige 50 Stunden Modellbauspaß für die Vignette.

 

Kosten ca. 20,00€

Bauzeit ca. 50 Stunden

Vergnügungskosten 0,40 €/h

 

Bausatz FlyHawk FH 3006

Ätzteile (Fenster) GI-Modell

Preiserfigur

Alabastergips Boesner

Juweela Ziegelsteine

Farben von AK-Interactive, Geha-Wassermalfarben, MIG-Jimenez, Vallejo

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